Montag, 17. Dezember 2007
Ende.
Ich bin Samstagnacht wieder in Deutschland eingetrudelt - Lenas Freund Daniel hat uns mit dem Auto aus Marseille abgeholt, sodass wir glücklicherweise all unsere vielen Schuhe, die wir gekauft haben, mitnehmen konnten. *puh* ;)
Ich kann rückblickend noch gar nicht so viel sagen. Es sind zu viele Erinnerungen, die gerade durch meine Gedanken strömen und die ich erstmal richtig sortieren muss. Vor allem aber muss ich erstmal für mich selbst realisieren, dass ich nicht wieder zurückfahre, sondern dass jetzt mein Leben wieder in Deutschland stattfindet (ein bißchen fühle ich mich gerade wie im Urlaub)...
Dennoch war es eine unglaublich schöne und für mich persönlich wichtige Zeit, die mir immer positiv (trotz des Wohnheims) in Erinnerung bleiben wird. Ich habe jetzt schon wieder so große Fernweh (oder kann man sagen: Teilzeitheim-weh?), dass ich weiß, dass es mich in nicht allzu ferner Zeit wieder in den Süden Frankreichs ziehen wird. Wer weiß, vielleicht komme ich eines Tages einfach nicht mehr zurück und bleibe dort---
Ich danke allen für die menthale Unterstützung, sei es durchs Blogeinträge lesen, Kommentare schreiben oder Anrufen. Manchmal wäre mein Heimweh wohl größer gewesen, hättet ihr mir alle nicht gezeigt, dass ihr an mich denkt. Dieses Blog wird weiterhin bestehen bleiben (ich habe gerade alle Einträge noch mal überarbeitet), sodass ihr euch jederzeit die Bilder ansehen könnt.
Bisou rechts, bisou links
und auf bald!
Dienstag, 11. Dezember 2007
notre dame de la garde
Mittwoch, 28. November 2007
Fête Erasmus
Am letzten Freitag haben wir, die Erasmus-Studenten, eine Fete veranstaltet für unsere Tutoren, die uns am Anfang des Studiums geholfen haben, alle Formalitäten zu erledigen und uns immer mit Rat und Tat zur Seite standen. Geplant war dafür ein internationales Buffet, zu dem jeder eine Spezialität seines Landes beitragen sollte. Kati, eine Tübingerin, hatte die Idee dieser Feier und hat Lena und mich für die Dekoration und das Einkaufen für die Feier beauftragt. Da wir wussten, welche Nationalitäten anwesend sein würden, haben wir uns kurzerhand Papier und Farbe besorgt und die Nationalflaggen gemalt! Manchmal war das etwas schwierig, weil manche Länder ihren Flaggen schon komische Maße gegeben haben… Letztendlich wurde die ganze Dekoration dann im CIELL, dem Gebäude, in dem auch die Französisch-Sprachkurse stattfinden, angebracht mitsamt Luftballons und Kerzen und Tischdecken… Das sah dann schon echt klasse aus! Das Buffet wurde aufgebaut und war so eine Augenweide, weil wirklich fast jeder etwas mitgebracht hat. Damit man auch wusste, was man da aß, sollte jeder in seiner Landessprache auf einem Schild den Namen des Gerichts notieren. Wir hatten dazu alkoholische sowie alkoholfreie Getränke gekauft und die Feier kam zu ihrem Höhepunkt, als einer der Tutoren seine Geige auspackte und uns etwas vorspielte.
Am Dekorieren
Jagoda (Polen) und Jonas
v.l. die beiden Kanadierinnen Brigitte und Pascale, Tom Granger (einer unserer Tutoren) und Jonas
Brigitte hatte am selben Tag Geburtstag!
Said, auch ein Tutor, am Geige spielen.
Dann musste Julika ran und etwas zum Besten geben.
v.l. (u.) Jagoda, Juliane, Caren, Kati, das Kind von Alla und Said, (o.) Karolina, Lena, Juan, Julian (beide aus Spanien)
Am Samstagabend haben wir eine neue Disco entdeckt, den „Trolleybus“ direkt am Hafen, bei dem man um den Eintritt von 10€ herumkommt, wenn man sich von einem Türsteher drei Kneipen weiter eine sogenannte „Carte d’Invitation“ holt. Die Disco sah ein wenig wie eine Art Grotte aus, in der sich drei Tanzsäle befanden. In einem wurde Rock gespielt, in dem anderen House und in dem letzten ein Mix aus Pop, R’n’B und Funk. Wir hatten so unglaublich viel Spaß, dass wir gar nicht gemerkt haben, dass es plötzlich schon halb sechs morgens war. Glücklicherweise hat Kati ein Auto hier, dass sie mir an dem Abend anvertraut hat und wir konnten uns zu viert (Kati, Lena, Adel (aus Algerien) und ich) auf den Rückweg machen. Da man nach so einer durchtanzten Nacht auch furchtbaren Hunger hat, sind wir erst mal über eine Boulangerie hergefallen, in der wir an einem Tisch zwischen zwei grummeligen, stillschweigenden Männern saßen, die höchstwahrscheinlich furchtbar genervt von uns waren, weil wir in einer Tour Witze gemacht haben und vor Lachen schon mehr unter dem Tisch lagen als an ihm saßen. Um sieben Uhr war ich dann endlich in meinem Bett – und habe dann auch dementsprechend lange geschlafen!
Am Montag bin ich mit Kati und Lena nach Aix-en-Provence gefahren, das gar nicht sehr weit von Marseille weg ist. Aix ist eine Kleinstadt mit ca. 20.000 Studenten und angeblich die „Traumstadt der Franzosen“. Die Stadt ist zwar sehr klein, dafür aber auch sehr niedlich und gemütlich mit ihren kleinen Gassen. Die Franzosen machen sich vor allem sehr viel aus Weihnachtsdekoration, sodass es noch gemütlicher war und man schon ein wenig in Weihnachtsstimmung kam.
Gestern waren wir dann mal wieder in der Innenstadt in Marseille und sind zum ersten Mal in das arabische Viertel Marseilles gegangen. Man hat das Gefühl, plötzlich in einer völlig anderen Welt zu sein: Dort sind überall Gemüsestände mit den buntesten Sachen aufgebaut, die Menschen sehen alle anders aus und die Gassen sind eng und voll. Zudem liefen dort mehrere Polizisten die Straßen entlang, die uns schließlich auch angesprochen haben und uns den Tipp gegeben haben, möglichst alle Sachen eng beim Körper zu tragen, da dort sehr viel geklaut wird. Schließlich (nachdem wir wieder mal bei H&M und Co waren…) sind wir noch kurz an einer Weihnachtsbude angehalten und haben den ersten Glühwein unseres Jahrs getrunken.
Dienstag, 20. November 2007
winterzeit
Vor kurzer Zeit habe ich ja Besuch vom Sebastian bekommen und hier sind noch mal ein paar Fotos, die wir gemacht haben, als wir uns in Marseille herumgeschlichen haben:
Hôtel de Ville
Am Freitagabend war dann also der Geburtstag, der wieder in einer der Küchen gefeiert wurde. Dort war es so rammelvoll, dass man beinahe weder rein noch raus kam. Wir wurden irgendwann wieder von einem der Guardians aufgefordert, die Party abzubrechen und die Küche zu verlassen, aber alle hatten keine Lust, sich wieder mal die Stimmung durch irgendwelche Beschlüsse von irgendwem vermiesen zu lassen, sodass die gesamte Gesellschaft in den Streik getreten ist. Auch, als sie uns den Strom abgedreht haben, konnte uns das nicht vertreiben. Wir sind erst gegangen, als uns mit der Polizei gedroht wurde... Die Party wurde dann allerdings bis morgens um 6 auf den Fluren weitergefeiert... ;)
Am Sonntag haben wir zu sechst (Daria, Lena, Kati, Mine, Adel, und ich) eine Wanderung in die Calanques gemacht und die Sonne genossen.
Gestern haben wir einen absoluten Mädelstag in der Stadt gemacht - das heißt also, wir sind shoppen gewesen! Das kann man hier besonders gut, weil alles unglaublich günstig ist! Kati hat sich z.B. drei Hosen gekauft, wir alle haben uns mehrere Paar Schuhe gekauft... Das war schon ein ziemlicher Marathon und ich frage mich inzwischen, wie ich eigentlich nach Hause komme--- Kann mir zufällig jemand einen LKW leihen?